Netzwerk Kulinarik
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    AMA - Marketing

    Kärnten setzt auf die Zertifizierung

    AMA GENUSS REGION


    © Netzwerk Kulinarik/arnoldpoeschl.com

    Nach einem Jahr AMA GENUSS REGION sind bereits mehr als 2.500 Betriebe zertifiziert. Kärnten setzt die Richtlinien des Gütesiegels AMA GENUSS REGION mit allen Genussland Kärnten Betrieben um. Warum haben Sie sich dazu entschieden?
     

    Landesrat Martin Gruber: 
    Wir haben mit Genussland Kärnten eine sehr starke Plattform für die Vermarktung regionaler Produkte. AMA GENUSS REGION ist ein wichtiges zusätzliches Instrument für unsere Betriebe, um ihre Arbeit durch ein staatlich anerkanntes Zeichen hervorzuheben. Für den Konsumenten bedeutet das Sicherheit, dass er Qualitätsprodukte von regionalen Produzenten erhält. Deshalb habe ich das neue System von Anfang an sehr begrüßt und unterstützt.

    Michaela Burgstaller, Geschäftsführerin Genussland Kärnten:
    Das Kärntner Agrarmarketing mit den Genussland Kärnten Produzenten und Handelspartnern, den Kärntner Genuss Wirten und Genussschulen hat sich vor 12 Jahren das Ziel gesetzt, auf Qualität mit definierter Herkunft aufzubauen. Die Grundlagen dafür bilden bestehende staatlich anerkannte Gütesiegel wie das AMA-Gütesiegel oder der EU-Herkunftsschutz. Mit der Umsetzung des Gütesiegels AMA GENUSS REGION für bäuerliche Direktvermarkter, kleinere Manufakturen sowie Gastronomiebetriebe war und ist es für das Genussland Kärnten eine Selbstverständlichkeit, die Genussland Kärnten Betriebe mit den Partnern wie Gutes vom Bauernhof Kärnten, der LK Kärnten in das neue System einzupflegen. So können wir stolz berichten, dass die Kärntner Genuss Wirte zur Gänze und ein Großteil der Produzenten bereits in das anerkannte System übergeführt wurden. 


    Slow Food Kärnten ist ein Vorzeigebeispiel in Bezug auf die Umsetzung der Qualitäts- und Herkunftsrichtlinien. Welche Bedeutung hat die Zertifizierung der Betriebe mit dem Gütesiegel AMA GENUSS REGION für den Slow Food Guide?

    Christian Kresse, Geschäftsführer Kärnten Werbung:
    Kärnten ist das erste Bundesland, das mit einem kulinarischen Reiseführer auf eine nachvollziehbare Qualitäts- und Herkunftssicherung und auf eine ehrliche Zusammenarbeit von Landwirtschaft und Tourismus setzt. Damit wollen wir Reisende inspirieren, Kärnten auf eine neue ehrliche Weise kennen zu lernen. Genuss fängt mit Vertrauen an, vor allem wenn es ums Essen geht. Dabei zählt nicht nur der Geschmack, auch ökologische und soziale Aspekte spielen eine Rolle. Nach der Slow-Food Philosophie „gut, sauber & fair“ stellen wir ausgewählte Betriebe vor, die auf Regionalität, kurze Lieferwege und Nachhaltigkeit setzen. Unser Partner für die garantierte Qualitäts- und Herkunftssicherung ist die AMA GENUSS REGION mit den Partnern Genussland Kärnten, Bio Austria und Gutes vom Bauernhof. 


    Welche Mehrwerte sehen Sie für Betriebe, wenn sie sich mit dem anerkannten Qualitäts- und Herkunftssicherungssystem zertifizieren lassen?

    Michaela Burgstaller, Geschäftsführerin Genussland Kärnten:
    Die Betriebe im Genussland Kärnten stehen für ehrlichen Genuss, Qualität und nachvollziehbare regionale Herkunft. Jeder Schritt im Werdegang eines Lebensmittels – vom Anbau und der Geburt bis zum fertigen Produkt, vom Einkauf der Zutaten bis zur Speise am Teller beim Kärntner Genuss Wirt – unterliegt klaren Kriterien, die im anerkannten Qualitäts- und Herkunftssystem verankert sind und kontrolliert werden. Darüber hinaus werden die Kriterien zur regionalen Herkunft durch das Genussland Kärnten vertieft und im Rahmen von Kombikontrollen überprüft.

    Denn Kontrolle schafft Vertrauen und steht für Transparenz. Die Kontrollen weisen darauf hin, dass sich die Konsumenten auf das Produkt, den Produzenten, den Wirt und Handelspartner verlassen können. Sie geben Sicherheit und den beruhigenden Nachweis, dass hohe Anforderungen bei Qualität mit regionaler Herkunft erfüllt werden.


    Als Beiratsmitglied des Netzwerk Kulinarik unterstützen Sie uns seit dem Neustart 2019. Auch in unserem Beirat spielt die Vernetzung eine wichtige Rolle. Vertreter aus Landwirtschaft und Tourismus arbeiten hier zusammen. Welchen Mehrwert sehen Sie in der engen Zusammenarbeit vor allem auch in Zukunft für unsere Betriebe?

    Landesrat Martin Gruber: 
    Regionalität ist einer der Schwerpunkte meiner politischen Arbeit. Es ist mir daher auch wichtig, nationale Eindrücke zu sammeln und Erfahrungen auszutauschen. Daher habe ich mich gerne dazu bereit erklärt, im Beirat des Netzwerk Kulinarik mitzuwirken. Ich erwarte mir dadurch nicht nur Impulse bei der AMA GENUSS REGION, sondern auch bei Projekten wie Slow Food und den Genussland Kärnten-Partnerschaften. Ich bin davon überzeugt, dass diese starke Zusammenarbeit auch auf nationaler Ebene einen Mehrwert für alle Beteiligten bedeutet. Sie gibt den Konsumenten Sicherheit, sie gibt den Betrieben die Möglichkeit, sich von Mitbewerbern abzuheben und sich auch einer wachsenden Gruppe an Kunden zu empfehlen, für die die Verwendung regionaler Produkte hohe Relevanz hat. Sie bedeutet für die landwirtschaftlichen Produzenten neue Absatzmärkte und mehr Wertschöpfung in den Regionen. Und das stärkt insgesamt das Bewusstsein und die Nachfrage nach regionalen, hochwertigen, sauber und fair produzierten Lebensmitteln. 


    Welche Schritte setzen Sie in Kärnten und im Rahmen der Landestourismusorganisationen für eine stärkere Zusammenarbeit zwischen Landwirtschaft und Tourismus?

    Christian Kresse, Geschäftsführer Kärnten Werbung:
    Das Tourismusland Kärnten setzt mit der kulinarischen Positionierung konsequent auf eine enge Zusammenarbeit von Landwirtschaft, Lebensmittelhandwerkern, Gastronomie und Tourismus. Neben dem Slow Food Kärnten Guide hat Kärnten die weltweit erste Slow Food Travel Region und die ersten Slow Food Dörfer entwickelt, die ebenfalls auf ein anerkanntes Qualitäts- und Herkunftssicherungssystem setzen. Der nächste Schritt sind kulinarische Reiseangebote, die sichtbar machen, dass Tourismus und Landwirtschaft Hand in Hand arbeiten, um gemeinsam beste Qualität vom Acker auf den Teller zu bringen, regionale Wirtschaftskreisläufe zu fördern und die Vielfalt der Lebensmittel für die Zukunft zu bewahren. 


    Welche Maßnahmen setzen Sie, um in Kärnten noch mehr Betriebe zum Gütesiegel AMA GENUSS REGION und zum Genussland Kärnten zu bringen? 

    Landesrat Martin Gruber:
    Aus dem Agrarreferat unterstützen wir die Arbeit des Genussland Kärnten seit vielen Jahren und haben so gemeinsam wichtige Projekte aus der Taufe gehoben, die ganz klar dazu beigetragen haben, mehr Betriebe von einer tiefgehenden Herkunfts- und Qualitätssicherung zu überzeugen. Ob es die Nahversorgerförderung ist, die wir an eine Sortimentserweiterung um regionale Produkte knüpfen, die Förderung regionaler Selbstbedienungsläden, Buschenschank-Initiativen oder den Ausbau des Slow Food-Angebots. Bei all diesen Initiativen stehen sowohl die Genussland-Partnerschaft als auch das AMA GENUSS REGION Siegel im Fokus. Diese erfolgreiche Zusammenarbeit möchte ich weiter fortsetzen.

    Michaela Burgstaller, Geschäftsführerin Genussland Kärnten:
    Gerade in der letzten Zeit hat der Konsument erfahren, wie wichtig es ist, auf regionale Qualitätsprodukte zurückzugreifen und dass man sich auf unsere Betriebe verlassen kann. Auf Grund der konsequenten Aufbauarbeit der letzten Jahre hin zu kontrollierter Qualität mit regionaler Herkunft hat sich die Marke Genussland Kärnten etabliert.

    Wir im Genussland Kärnten mit unseren 628 Produzenten, Kärntner Genuss Wirten, Handelspartnern und Genuss Schulen haben es geschafft, ein Netzwerk zwischen Landwirtschaft, Gastronomie, Gewerbe, Handel und Tourismus aufzubauen. Durch diverse Marketingaktivitäten wie Messeauftritte, Pressearbeit, Produktvorstellung sowie Produktvermittlung, Betriebsbetreuung, usw. erfahren die Partnerbetriebe einen Mehrwert.

    Durch die konstruktive Zusammenarbeit – beispielsweise mit Gutes vom Bauernhof, BIO Austria Kärnten, der Kärnten Werbung, dem Verein Slow Food Kärnten - sind wir in der glücken Lage, die Kärntner Kulinarik auf „Qualität mit regionaler Herkunft“ aufbauen zu können und dadurch einen stetigen Zustrom an neuen Lizenzbetrieben zu haben. Diesen Weg werden wir auch in Zukunft konsequent weiterverfolgen und freuen uns, weitere Betriebe in der Genussland Kärnten Familie begrüßen zu dürfen.



    © Helge Bauer

    Landesrat Martin Gruber, Beiratsmitglied Netzwerk Kulinarik



    © Weichselbraun, Kleine Zeitung

    Christian Kresse, Geschäftsführer Kärnten Werbung




    Michaela Burgstaller, Geschäftsführerin Genussland Kärnten