Netzwerk Kulinarik

    AMA - Marketing

    Elisabeth Köstinger im Interview

    AMA GENUSS REGION


    © Paul Gruber

    Die Corona-Krise spürt man nach wie vor. Trotzdem muss man in die Zukunft blicken. Welche Chancen sehen Sie für die Landwirtschaft?
    Wir haben in Österreich eine stabile regionale Lebensmittelversorgung auch in Krisenzeiten. Unsere Bauern geben uns gerade in so schwierigen Zeiten, wie wir sie immer noch erleben, enorme Sicherheit. Und das schätzen die Menschen. Zwischen dreißig und vierzig Prozent der Bevölkerung möchten auch nach der Krise mehr heimische Produkte oder Lebensmittel direkt beim Bauern kaufen. Ich sehe es als Chance für die Landwirtschaft, diesen Schwung zu nutzen, um die hochqualitativen Produkte der heimischen Betriebe noch gezielter an die Konsumenten zu bringen. Da hilft uns vor allem auch das neue Gütesiegel GENUSS REGION, das erstmals alle Sparten entlang der Wertschöpfungskette vereint – bäuerliche Direktvermarkter, Lebensmittelmanufakturen sowie die Gastronomie und die Hotellerie.

    Ein Jahr Kulinarik Strategie Österreich – wie fällt Ihre Bilanz aus?
    Seit der Präsentation der Kulinarik Strategie Österreich vor gut einem Jahr ist viel passiert. Der wohl größte Meilenstein ist die Umsetzung der gemeinsamen Qualitäts- und Herkunftsrichtlinien und die Zusammenführung im Gütesiegel AMA GENUSS REGION. Es wurden Richtlinien erarbeitet, diese national und EU-weit anerkannt, Beratungen gestartet und bereits erste Betriebe zertifiziert. Zahlreiche Projekte und Veranstaltungen wurden direkt in und mit den Regionen umgesetzt.  Landesvernetzungsstellen wurden in den Bundesländern eingerichtet. Gemeinsam mit den Ländern sind wir einen riesigen Schritt gegangen. Ziel des Netzwerks ist es, die Zusammenarbeit entlang der Wertschöpfungskette zu unterstützen und einen gemeinsamen Weg der österreichischen Kulinarik zu gehen.

    Mit den AMA GENUSS REGIONEN gehen wir nun den nächsten Schritt – warum ist dieser Schritt für die Betriebe wichtig?
    Es war mir immer ein zentrales Anliegen, auf Bestehendes aufzubauen. Wir bieten Betrieben eine wichtige Vermarktungsmöglichkeit und gewährleisten Konsumenten die geforderte Transparenz beim Lebensmitteleinkauf.

    Alle teilnehmenden Betriebe bekommen ein kostenloses Fotoshooting am Betrieb, werden in eine digitale Kulinarik-Landkarte für Konsumenten sowie in eine große Kulinarik-Kampagne gemeinsam mit dem Tourismus eingebunden. Darüber hinaus bietet das Netzwerk Kulinarik laufend persönliche Betreuung und Beratung sowie Coachings, Workshops und Austauschformate zu den unterschiedlichsten Themen an.


    © Paul Gruber

    Elisabeth Köstinger ist Bundesministerin für Landwirtschaft, Regionen und Tourismus und Vorsitzende des Netzwerk Kulinarik Beirates. Sie hat das Netzwerk Kulinarik neu gestartet.

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