Netzwerk Kulinarik

    AMA - Marketing

    Lisa Wieland im Interview

    Mit Kärntner Produkten im Gepäck


    © Elias Jerusalem

    Als Küchenchefin im „Cut at 45 Park Lane“ in London kochen Sie gemeinsam mit Ihrem Team exquisiteste Speisen für internationale Gäste. Finden auch Kärntner Spezialitäten bzw. österreichische Lebensmittel Platz in Ihrer Küche? Und welches Potenzial sehen Sie in der Kombination internationaler Einflüsse mit der heimischen österreichischen Kulinarik?
    Ich versuche immer wieder, heimische Produkte mit nach London zu nehmen, um sie in meinen Gerichten einzubauen. Dies ist nicht immer einfach, denn es gibt kaum Zwischenhändler, die Kärntner Produkte in London vertreiben. Deshalb komm ich meistens mit leerem Koffer heim und mit einem vollen zurück. Ich habe auch schon Marktplatz Mittelkärnten Produkte (da bin ich Genussbotschafterin) mit nach Los Angeles und Bahrain gebracht, um dort österreichisch zu kochen. Also immer ein Stückchen Heimat im Gepäck!

    Welche Rolle spielen Ihre Kärntner Wurzeln in Ihrem neuen Kochbuch „Back to the Roots“?
    Eine sehr große. Immerhin war mein Heimweh der Grund, ein Kochbuch zu schreiben. So habe ich sehr viel Zeit in Kärnten und vor allem in Hüttenberg, meiner Heimatgemeinde, verbracht. Ich habe sehr viel Zeit mit meiner Familie auf Bauernhöfen in der Region verbracht, um dort zu recherchieren und Fotos zu machen! Und ich war erstaunt, wie hilfsbereit und nett die Hüttenberger/-innen waren. So viele haben mitgeholfen und so wurde Back to the roots zum Gemeinschaftsprojekt! Echt schön!


    © Elias Jerusalem

    Das Netzwerk Kulinarik möchte die heimische Lebensmittelproduktion, -verarbeitung und -vermarktung näher zusammenbringen. Wie wichtig finden Sie die Aufgabe des Netzwerks Kulinarik? Kennen Sie andere internationale Projekte, die sich mit dieser Herausforderung beschäftigen?
    Ich finde diese Aufgabe sehr wichtig, denn es wäre schade, wenn keiner von den kulinarischen Qualitäten Österreichs erfährt und weiß. Wir sollten uns nicht verstecken. Die Schwierigkeit besteht meiner Meinung nach in der Quantität der Produkte. Viele können keine großen Mengen liefern bzw. produzieren. Aber das ist auch gut so, denn so kann man die Exklusivität wahren.
    In der gehobenen Gastronomie wie bei uns, spielt der Preis keine große Rolle, die Qualität allerdings sehr wohl. Ich kann nur von unserer Firma sprechen, wenn ich sage, dass Qualität immer Vorrang hat. Ich persönlich bevorzuge es, ein Gericht eher von der Karte zu nehmen, als etwas zu verkaufen, bei dem die Qualität nicht stimmt. Und hierbei spreche ich nicht vom Aussehen oder Marketing des Produktes sondern rein von dem Geschmack und der Herkunft.


    © Elias Jerusalem

    Lisa Wieland ist Küchenchefin im Cut at 45 Park Lane von Starkoch Wolfgang Puck in London. Die Kärntnerin kochte bereits im Burj Al Arab, einer der besten Adressen in Dubai und im Spago in Beverly Hills.