Netzwerk Kulinarik

    AMA - Marketing

    Die Wiener Märkte

    Alexander Hengl im Interview



    Die Wiener Märkte erfreuen sich einer großen Beliebtheit. Was schätzen die Wiener besonders an regionalen Produkten?
    Immer mehr Menschen zieht es auf die Wiener Märkte, auch unter der Woche. Das zeigt die Frequenzzählung auf allen Märkten. Auch die Tage Montag bis Freitag gewinnen auf den Wiener Märkten an Bedeutung für den täglichen Einkauf. Die Wiener schätzen einfach regionale Produkte, denn sie wissen, wo die Ware herkommt. Auch kaufen immer mehr Wiener gerne direkt beim Bauern ein.

    Seit Oktober 2018 haben alle Marktstände an Werktagen von Dienstag bis Freitag von 15 bis 18 Uhr und am Samstag von 8 bis 12 Uhr geöffnet. Viele Berufstätige verzichten auf den Einkauf im Supermarkt und beziehen ihre frischen Waren vor Ort am Markt.

    Die Wiener Märkte wie zum Beispiel der Brunnenmarkt, der Meidlinger Markt, der Schwendermarkt oder der Naschmarkt sind an Wochentagen genauso stark besucht und beliebt wie an Wochenenden. An regulären Wochentagen ist der Rochusmarkt ganz besonders geschätzt.

    Ihr sucht immer wieder neue Betriebe für die Wiener Märkte. Welche Voraussetzungen sollen Betriebe erfüllen, um auf Wiener Märkten erfolgreich zu sein?
    Um auf einem der beliebten Wiener Märkte einen Platz zu bekommen, benötigt man einen Produzentennachweis oder Gewerbeschein. Wichtig für die Kundschaft sind die persönlichen Beratungen und Rezepte. Auch ein gewisser Schmäh kommt bei den Kunden sehr gut an. Der Preis für die Freiflächen auf den verschiedenen Wiener Märkten variiert zwischen €1 und €1,50 pro Tag und Quadratmeter. Die meisten ProduzentInnen wollen immer an Samstagen einen Platz auf einem Markt haben. An Samstagen sind wir größtenteils übervoll, einen Marktplatz zu ergattern ist meist schwierig. Aber: Warum nicht unter der Woche auf einem Markt einen Platz nehmen? Die meisten Märkte haben bis zum Abend geöffnet. Und die Konkurrenz wäre dann auch kleiner als am Samstag.

    Wie sieht so ein Tag im Leben eines Marktstandlers aus? Welche Erfahrungen machen eure Betriebe?
    Klar ist, dass man am ersten Tag nicht das große Geschäft erwarten kann. Es benötigt also am Anfang ein gewisses Durchhaltevermögen. Fix ist jedenfalls, dass die Märkte besser besucht werden als noch vor 15 Jahren und ebenso fix ist die geringe Marktgebühr. Wenn man bei uns keinen guten Umsatz macht, schafft man es glaube ich nirgends. Einfach mal probieren, es zahlt sich aus. 



    Alexander Hengl leitet die Koordination im Marktamt der Stadt Wien und ist die Landesvernetzungsstelle des Netzwerks Kulinarik in Wien.